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Studentenportrait

Portrait
Ricardo aus Mexiko

Wo kommst du her und was hast du vor der Akademie gemacht?
Ich komme aus Mexiko und bin im Erstberuf Konditor. Meine Eltern betreiben ein Restaurant und eine Bäckerei in Acapulco. Meine Frau, mit der ich zwei Kinder habe, kommt aus Berlin. So haben wir uns letztes Jahr entschieden, zurück in die Heimatstadt meiner Frau zu ziehen, wo ich mich beruflich neu orientiere.

Woher kommt dein Interesse für Bilder und insbesondere für Illustration?
Alles ist Illustration! Illustrierte Bücher haben mich schon als Kind begeistert. Sie hatten so eine Kraft und Energie für mich, dass ich immer noch mehr Bilder sehen wollte. Die Leidenschaft für Bücher besteht bei mir also schon lang, aber das Leben führt dich dann erstmal woanders hin. Jetzt – mit dem Studium Illustrationsdesign – bin ich in einer neuen Welt angekommen. Für mich ist es eine Entdeckungsreise mit Bildern, Farben und Geschichten.
Dabei begann es so: Meine Schwägerin schreibt Kinderbücher. Sie hat mich beim Malen mit Kindern beobachtet und meine Bilder haben ihr gefallen. Sie hat mich dazu eingeladen, ihr Kinderbuch „Toto – der kleine Wolf“ zu illustrieren und prompt gefragt, ob ich nicht eine Ausbildung zum Illustrator machen könnte. So habe ich in nur zwei Monaten eine Mappe gemacht und mich an der AID beworben.

Du studierst bereits das zweite Semester in einer Mischung aus Online- und Präsenzunterricht. Wie kommst du damit zurecht?
Ich habe mich langsam daran gewöhnt. Tatsächlich brauche ich für´s digitale Malen und Layouten keine Unterrichtsräume der Akademie. Schwerer ist es mit Computerunterricht, beispielsweise in Illustrator. Das bereitet mir schon manchmal Kopfzerbrechen, zumal ich mich nicht immer traue, im Online-Meeting wiederholt Fragen zu stellen. Ansonsten funktioniert es aber sehr gut.

Welche Kurse interessieren dich besonders?
Alles, was mit Malen zu tun hat – digital oder analog – interessiert mich sehr. Buchlayout finde ich super spannend. Es ist ein Traum, zu sehen wie sich die eigenen Bilder in ein gelungenes Layout einfügen.

Bilder werden unabhängig von Herkunft oder Sprache verstanden. Welche Bedeutung hat Illustration in deinem Herkunftsland?
Dazu kann ich gar nicht soviel sagen. Bedeutsam ist sicherlich die Tradition wie in Karikaturen von Posada, mit denen sich der Kupferstecher über die mexikanische Oberschicht lustig gemacht hat. Auch die Bildhandschriften der Azteken in Form von Piktogrammen spielen eine Rolle.

Welche kreative Kraft ziehst du daraus, in Berlin zu leben?
In Berlin ist alles lebendig und schnell. Es gibt viel Bewegung und Veränderung. Ich bekomme jede Menge Input. Wenn ich von Berlin aus mal wieder in eine kleinere Stadt aufbrechen sollte, dann mit vielen tollen Ideen im Gepäck.

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