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Studentenportrait

Portrait
Lina aus Berlin

Es begann in Spanien, in der elften Klasse. Linas Auslandsjahr führte sie an eine Schule in der Nähe von Barcelona mit deutlich kreativer Ausrichtung. „Wir hatten ein Jahr lang Kunst als Hauptfach. Das hat mich beeinflusst. Gezeichnet hatte ich ja schon immer gerne – aber sollte ich nun Kunst studieren?“
 
Andere bewarben sich mit ihren Mappen an diversen Kunsthochschulen, Lina blieb bodenständig. „Ich wollte nach der Schule mein eigenes Geld verdienen. Also entschied ich mich für eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation. Ein Kunststudium ordnete ich als ´Luxus´ ein. Bis heute beobachte ich Menschen in meiner Umgebung, die als Künstler finanziell nicht über die Runden kommen – das hat mich schon immer gestört.“ Dass sich Praxisnähe und der Griff zum Zeichenstift nicht ausschließen müssen, beweist Linas weiterer Werdegang. 
 
Ein Job als Regieassistentin brachte Lina mit Filmemachern in Kontakt. „Beim Filmdreh über einen Berliner Spätkauf war ich Mädchen für alles, vom Schauspieler betreuen bis zum Straße absperren.“ Organisationstalent zahlt sich aus. Bald folgte die Mitarbeit an einem Blog über flüchtende Menschen mit dem Projekttitel „Am Nullpunkt“. „Ich habe mich dort eingeklinkt und meine illustrativen Fähigkeiten ins Spiel gebracht. Einige Protagonisten wollten sich verständlicherweise nicht fotografieren lassen. Hier konnten meine Bilder helfen, den Lebensgeschichten der Menschen trotzdem ein Gesicht zu geben.“
 
Wenn es um ihre Illustrationen geht, gibt Lina dem Handwerklichen den Vorzug. „Ich kenne viele Grafikdesigner, die nur noch vorm Computer sitzen anstatt zu zeichnen. Das hat mich abgeschreckt, in dieser Richtung zu studieren.“ Beim Probestudium der AID Berlin erfuhr Lina, dass gerade die Mischung aus Beidem – analoger und digitaler Technik – sehr spannend sein kann. Und was wurde aus ihrem Verhältnis zur freien Kunst? „Im Studium Illustrationsdesign werden viele künstlerische Grundlagen vermittelt, jedoch gibt es in den Entwurfsfächern klare Vorgaben. Der Rahmen wird durch die konkrete Aufgabe bestimmt.“
 
Manchmal kommen die Bilder auf Umwegen in die Welt. Und wie in Linas Fall – mit Erfolg: Der Blog mit illustrierten Portraits geflüchteter Menschen wurde öffentlich gefördert. Ein Zeichenpad konnte gekauft, Postkarten und Plakate gedruckt werden. Ein Straßenmagazin hat die Geschichten abgedruckt, eine Buchveröffentlichung könnte eines Tages folgen. Außerdem gibt es eine ehrenamtlich organisierte Lesereihe. Die Blogtexte werden von Schauspielern vorgetragen, die begleitenden Illustrationen dienen als Bühnenbild.
 
Auch die Entwicklung von Linas Zeichenstil steht nicht still: „Meine jüngste Arbeit bebildert das Schicksal eines syrischen Flüchtlings. Kommentar der Kollegen: Seit du das studierst, haben die Illustrationen an Ausdruck gewonnen!“
 
Wir wünschen viel Erfolg im Studium und weiterhin spannende Projekte!
 
Mehr Infos zum Blog: www.amnullpunkt.de

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