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Studentenportrait

Portrait
Erik aus Berlin

Wann ist der beste Zeitpunkt für ein Vorstudienjahr Design? Direkt nach dem Abi? Kurz vor der Bewerbung fürs Designstudium? Oder mitten im Berufsleben? 

In Eriks Fall durchaus mitten im Leben. Der promovierte Chemiker, früher beschäftigt mit der Kristallografie von Proteinen, sitzt heute zwischen Zwanzigjährigen, übt sich in Gestaltungsgrundlagen, experimentiert mit Form und Farbe, schult sich in Layout und Typografie. Wieso das? „Ich sehe das Vorstudienjahr als Möglichkeit, mich beruflich neu zu orientieren. Ich bekomme eine Entscheidungshilfe, wie die zweite Hälfte meines Berufslebens aussehen könnte. Mein Jahr hier ist ergebnisoffen, aber sicher keine Auszeit – dafür hält mich das Studienprogramm zu sehr auf Trab!“

Durch frühere Labortätigkeiten kennt Erik die Bedeutung des Visuellen für die Wissenschaft und dessen Möglichkeiten, beispielsweise Kristallformen und ihre Symmetrien sichtbar, Modelle und resultierende Daten für andere verständlich zu machen. Doch nicht nur Wissenschaftskollegen gilt es zu überzeugen. Als Projektmanager hilft Erik, Fördergelder für EU-Projekte zu akquirieren, wobei auch politische Aspekte eine Rolle spielen. Eine Infografik kann hier wichtige Überzeugungsarbeit leisten – mehr als so mancher Sachtext.

Als mittlerweile selbständiger Consultant in Berlin kann sich Erik seine Zeit frei einteilen. Eine wichtige Voraussetzung, um sich ein Jahr lang „nebenbei“ mit Design zu beschäftigen, seinen Interessen und Neigungen nachzugehen, aber auch die Schnittstellen zum bisherigen Job zu ermitteln. Seine Beratungstätigkeit könnte sich zukünftig auf das Erscheinungsbild von Unternehmungen ausweiten. Darauf zielen, Projekten durch ein entsprechendes Branding Sichtbarkeit und Wiedererkennungswert zu verschaffen. Forschungsanträge mit Infografiken aufzuwerten, Ergebnisse zu visualisieren und und und … 

Ein bereits begonnenes Fernstudium Grafikdesign konnte Erik nicht helfen, diese Ziele zu verwirklichen. „Das hat nicht funktioniert. Die dort angebotenen Online-Korrekturen zu meinen Arbeiten sind nicht vergleichbar mit dem Feedback, das ich hier von Dozenten der Akademie bekomme. Außerdem bringt mich die Auseinandersetzung mit anderen Studierenden innerhalb der Gruppe weiter. Der Altersunterschied spielt dabei keine Rolle.“

Was kommt nach Eriks Rückkehr ins Berufsleben – ausgestattet mit dem Know-how des Vorstudienjahres Design? Gibt es eine Zukunftsvision? „Ich stelle mir vor, einen Film zu machen! Einen Film, der mein Interesse an Fotografie, Grafik und Animation bündelt. Vielleicht eine Art Dokumentation oder Lehrvideo, das das gewohnte Bild von Wissenschaft verändern könnte, vergleichbar mit guter populärwissenschaftlicher Literatur: eine vereinfachte Darstellung komplexer Inhalte, die sich dennoch an die wissenschaftlichen Fakten hält und dabei die Information auf ein für Laien verständliches Maß herunter dampft.“

Abschließend betont Erik noch sein Faible für eine breit angelegte Ausbildung und interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Menschen aus unterschiedlichen Berufsfeldern, wie er es schon als Doktorand kennengelernt hat und auch an der Akademie erfährt. Wir wünschen viel Erfolg dabei!