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Interview

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Interview mit Tim Dinter
Mit eigenem Strich zum Erfolg

Im Interview vorgestellt: Tim Dinter, Zeichner und Comicautor, bekannt für klare Linien in Comic und Editorial Illustration. Demnächst noch bekannter durch die Graphic Novel zum Kultroman "Herr Lehmann" von Sven Regener.

Herr Dinter, Ihr Markenzeichen ist die gezeichnete Linie, sowohl im Comic als auch im Editorial Bereich. Woher kommt diese Vorliebe? Und wie ist Ihr Umgang mit dem eigenen Stil?

Von kleinauf war ich begeistert von Comics. Am meisten wurde ich durch Geschichten wie "Tim & Struppi" von Hergé geprägt. Das hat seine Spuren hinterlassen. Aus heutiger Sicht muss ich sagen, dass ein deutlich eigener Strich für die erfolgreiche Selbstvermarktung und Wiedererkennung eines Illustrator sehr wichtig ist, schließlich wird man für seinen Stil gebucht. Trotzdem sollte man stets bereit sein, Neues und Anderes auszuprobieren, um nicht im eigenen Stil zu verharren.

Wie ist bei Ihnen das Verhältnis zwischen Auftragsarbeiten für Agenturen und Verlage und freien Arbeiten, die aus eigenen Projekten entstehen?

Das eine kann das andere beeinflussen. Zum Beispiel arbeite ich seit längerem an meinen "Stadtansichten", quasi eine illustrierte Endlos-Serie zu urbanen Sujets. Auf diese freien Arbeiten werde ich natürlich auch von meinen Kunden angesprochen. Hier ergibt sich für mich die Möglichkeit, Bildsprache und Technik zukünftiger Auftragsarbeiten zu steuern. Das heißt, im besten Falle helfen eigene Projekte, die Kommunikation mit dem Kunden zu verbessern.

Wann werden Sie als Illustrator eingeschaltet? Ihre Kunden könnten sich ja auch der Fotografie bedienen.

Ich werde z.B. dann geholt, wenn Fotografie versagt, wenn keine Fotovorlagen existieren oder einfach nur, um sich von der allgemeinen Bilderwelt abzuheben.

Was bedeutet für Sie Berlin?

Urbanismus, Veränderung, Herausforderung. Und eine große Inspirationsquelle für jeden Gestalter.

Apropos Berlin: Sie arbeiten gerade an der Graphic Novel "Herr Lehmann", einer Berlingeschichte vom Leben im Westteil der Stadt kurz vor dem Mauerfall. Roman und Filmversion sind sehr bekannt. Wie schaffen Sie es, bei so vielen "Vor-Bildern" eine eigenständige Figur zu zeichnen?

Die Graphic Novel zum Kultroman "Herr Lehmann" von Sven Regener erscheint nächsten Herbst im Eichborn Verlag. Bei so viel Berlinbezug bin ich natürlich gut geübt, diese Stadt als Handlungsort darzustellen. Vor dem Zeichnen steht immer noch die Recherche an den Originalschauplätzen. Viele Fotos machen, viele Kneipen besuchen, viele Menschen beobachten. Wahrscheinlich könnte ich nach Abschluss des Projekts  dann "Lehmann-Touren" durch Kreuzberg anbieten, so tief steige ich in den Stoff ein. Aber bis es soweit ist, wird Herr Lehmann auf dem Zeichenpapier sein Eigenleben führen und sich bestimmt zu einem unverwechselbaren Charakter entwickeln. Mehr möchte ich heute noch nicht verraten.

Wir wünschen viel Erfolg und bedanken uns für das Interview!

Interview: Tilo Schneider
Bilder: Tim Dinter

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