Stipendiumswettbewerb SS 2020

Interview

Interview mit Dr. Constanze Fröhlich
Deutschkurs und Designstudium – Alles aus einer Hand

130 Studierende aus 23 Ländern. Jeder Dritte Studierende der AID Berlin ist internationaler Herkunft – Tendenz steigend. Jedoch was tun, wenn das Designstudium lockt, die Deutschkenntnisse dafür aber nicht ausreichen? Dieses Jahr startet die AID Berlin ein Sprachkursprogramm, das den Studierenden im Studiengang Illustrationsdesign und im Vorstudienjahres Design erstmals die Möglichkeit bietet, Deutsch im Kontext ihres Studiums zu erlernen. Wir sprachen mit Dr. Constanze Fröhlich, Leiterin der Sprachkurse, über die Besonderheiten dieses Lernangebots.

Worin liegt der Vorteil, an einer Designschule Deutsch zu lernen?

Erstens fällt es leichter, sich die neue Sprache im natürlichen Kontext des Studiums anzueignen. Unser Sprachkursprogramm ermöglicht, den Entwicklungsprozess im Designstudium auch sprachlich begleiten zu können. Der zweite Vorteil ist ganz praktischer Natur: Wer in Berlin ein neues Leben startet, wird froh sein, einen synchronisierten Stundenplan für Designstudium und Sprachkurs vorzufinden – alles an einem Ort, alles aus einer Hand.

Welchen beruflichen Bezug haben Sie zu anderen Sprachen und Ländern?

Ich habe Französisch studiert an der Freien Universität Berlin, als literaturwissenschaftliche Mitarbeiterin gearbeitet und promoviert. Als Deutschlektorin war ich ein Jahr an der Universidade de Brasília tätig, der öffentlichen Universität in Brasiliens Hauptstadt. Heute arbeite ich als freiberufliche Dozentin für deutsche Sprache in Berlin.

Wie sieht das Sprachkursprogramm der AID Berlin aus?

Mit unserem „Intensive Beginners Course" kann jeder – auch ohne Vorkenntnisse – sofort in die deutsche Sprache einsteigen und sich in 6 Unterrichtswochen fit machen für den Studienstart an der AID Berlin. Teilnahmevoraussetzung ist die Zulassung für einen der Studiengänge der Akademie. Studienbegleitend empfiehlt sich dann die Teilnahme am Kurs „German for Daily Life 1“ im ersten Semester bzw. „German for Daily Life 2“ im zweiten Semester. Wer schon etwas Deutsch spricht, sein Vokabular erweitern und vorallem über seine Designprojekte sprechen möchte, ist hier genau richtig. Im anschließenden „Exam-Prep Intensive Course“ bieten wir die Möglichkeit, sich auf eine Sprachprüfung vorzubereiten. Das ist für Teilnehmer des Vorstudienjahres von besonderer Bedeutung, um im Bewerbungprozess der Designhochschulen anstehende Sprachtests zu bestehen. 

Wann geht's los und wie meldet man sich an?

Ab Sommersemester 2016 stehen die Sprachkurse jedem offen, der sich an der AID Berlin bewirbt. Die Anmeldung ist jederzeit über unsere Website möglich. Wer sich unsicher ist, welcher Kurs der richtige ist, kann das ganz einfach beim Interviewtermin klären, zu dem wir jeden Bewerber im Zulassungsverfahren nach Berlin einladen. Anmelden kann sich auch, wer noch nicht zugelassen ist und sich schon mal einen Platz im Sprachkurs reservieren möchte. Attraktiv ist das Angebot auch für viele internationale Studierende, die schon im Hause sind und sich bisher außerhalb der Akademie einen Sprachkurs suchen mussten.

Warum hat gerade Berlin eine so große Anziehungskraft für Kreative?

Berlin ist Deutschlands "internationalste" Stadt. Die kreative Kapitale ist von vielen unterschiedlichen Kulturen geprägt und permanenter Dreh- und Angelpunkt neuer Ideen. Nicht selten gehen neue Trends von Berlin aus. Die Stadt ist die Wiege einer Vielzahl erfolgreicher Start-up Unternehmen der Kreativwirtschaft. Auch die Kunstszene ist in Berlin so lebendig wie wahrscheinlich kaum anderswo auf der Welt – und aufgrund moderater Lebenshaltungskosten fällt ein Neustart leichter als anderswo.

Wo in Berlin liegt der Kreativort Ihrer Wahl?

Gar nicht so einfach zu beantworten. Als guter Arbeitsort, der viele kreative Gedanken zulässt, kann ich natürlich die schöne und großzügige Staatsbibliothek am Potsdamer Platz empfehlen. Dort kann ich nach Belieben durch die Literatur stöbern und beim Blick aus den großen Fenstern auf das Kulturforum schauen und die Gedanken abdriften lassen. Wenn gar nichts mehr geht, kann man sich auf einem bequemen Lesestuhl einfach weit nach hinten lehnen und an die futuristische Decke starren: Man freut sich, dass es auf einmal aussieht wie auf dem Mond und dann wird der Kopf frei und man kann weiterlesen.

Wir bedanken uns für das Interview!

Interview: Tilo Schneider

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