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Studentenportrait

Portrait
Soley aus Akureyri, Island

Woher kommt dein Interesse an Bildgestaltung?

Das, was ich zu sagen habe, sage ich immer lieber in Bildern als mit Worten. Das Zeichnen ist für mich, seit ich denken kann, ein ganz natürlicher Vorgang. Ich denke permanent in Bildern, meine Erinnerungen sind an Bilder gebunden – zurück bis zum Lieblingsbuch meiner Kindheit, dem „Regenbogenfisch“.

Als du dich an der Akademie beworben hast, hattest du an einer anderen Schule bereits Grundkenntnisse im Grafikdesign erworben. Was versprichst du dir nun vom Studium Illustrationsdesign?

Beim Grafikdesign hat mich die Skizzenphase mehr interessiert als das fertige Layout. Das Handgemachte, das Illustrative ist wohl mein Steckenpferd. Meine Lehrer haben mich mehrfach darauf hingewiesen, aber ich konnte meinem Talent bisher keine berufliche Perspektive zuordnen. Das hat sich seit meinem Studienbeginn an der AID Berlin geändert. Jetzt geht es nicht nur um „schöne“ Bilder. Die Bilder transportieren eine Nachricht. Meine Illustrationen erlangen Bedeutung.

Was hat dich dazu bewegt, für ein Studium von Island nach Berlin zu kommen?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Zunächst komme ich aus einer Kleinstadt im Norden Islands. Das Abenteuer, wegzugehen, auf neue Menschen zu treffen und sich von einem anderen Ort beeinflussen zu lassen, ist sehr verlockend gewesen. So reiste ich letztes Jahr zum ersten Mal nach Berlin und bin testweise für zwei Monate geblieben. Nun, die Stadt hat den Test bestanden und nach Deutschland wollte ich schon als Teenager. Meine Lieblingsband damals: Tokio Hotel (lacht …).

Du hast dich für eine Ausbildung an einer Berufsfachschule entschieden. Eine Hochschule oder Universität kam für dich nicht in Frage? Warum?

Das, was ich hier habe, konnten mir andere Schulen nicht bieten. Der Fokus der Ausbildung liegt auf Illustration im größeren Zusammenhang von Design. Illustration ist hier nicht die „kleinere Schwester“ des Kommunikationsdesigns. Das kann man am vielfältigen Studienprogramm der Akademie nachvollziehen. Ein universitärer Abschluss ist mir nicht wichtig. Für mich zählen praxisnahe Projekte, die mein späteres Portfolio ausmachen.

Zusammen mit dir sind Studierende aus Finnland, USA und Vietnam ins neue Semester eingestiegen. Wie kommst du mit der Sprachhürde zurecht? Beeinflusst eure unterschiedliche Herkunft den Austausch untereinander?

Die Studienatmosphäre empfinde ich als sehr angenehm, alle gehen respektvoll miteinander um. Wir Nicht-Muttersprachler tun uns natürlich zusammen und teilen die Herausforderung, Deutsch zu lernen. Ich freue mich auf das Angebot der Akademie, ab 2016 meine Designkurse mit einem passenden Deutschkurs kombinieren zu können. Wir internationale Studierende sind also keine Außenseiter.

Womit beschäftigst du dich, wenn gerade keine Lehrveranstaltungen auf dem Programm stehen?

Ich unternehme viel mit meiner finnischen Kommilitonin. Josefine und ich erkunden die Stadt, zeichnen viel, schauen uns alles an. Ich freue mich einfach hier in Berlin zu sein!

Islands Architektur- und Designszene ist vielen Deutschen durchaus ein Begriff, wir wissen jedoch wenig über isländische Illustratoren. Welchen Stellenwert hat Illustration in deinem Heimatland?

Ja, es stimmt, Island ist eher für Architektur, Design und Fine Art bekannt. Aber die Illustration ist im Kommen. Isländische Illustratoren arbeiten für eine Vielzahl von Magazinen, zeichnen Figuren für Kolumnen und andere Bereiche des Editorial Designs. Werbliche Illustration ist ein weiteres Betätigungsfeld, in Island vor allem für die Tourismusbranche – und nicht zu vergessen für die Musikindustrie!

Konntest du für dein Studium an der AID Berlin finanzielle Fördermöglichkeiten deines Heimatlandes in Anspruch nehmen?

Ich bekomme einen isländischen Studienkredit, obwohl ich im Ausland studiere. Nach der Antragstellung in meinem Heimatland wurde das Studium an der AID Berlin als förderungswürdig eingestuft und mein Studienkredit genehmigt.

Berlin zieht Kreative aus aller Welt an. Was macht für dich die Inspiration dieser Stadt aus?

In anderen Städten musst du die Kunst suchen, zur Kunst „hingehen“. In Berlin bist du überall vom Kreativen „umgeben“. Es genügt, durch die Straßen zu gehen. Das Plakat vor der Haustür, ein Graffiti an der Wand und so weiter …

Verrate uns deinen persönlichen „Kreativ-Ort“ der Stadt!

Einen speziellen Ort gibt es für mich nicht, ich würde es eher als ein Gefühl bezeichnen. Ein Kreativgefühl im Allgemeinen, das sich am Ehesten auf Berlins Straßen einstellt.

Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen weiterhin einen guten Start in der neuen Heimat!