Studium Illustrationsdesign – Jetzt auch mit Bachelor-Abschluss!

Studentenportrait

Portrait
Pepe aus Fredersdorf

Berufswunsch Sprayer – geht das?

Ja und Nein. Pepes Eltern haben nein gesagt. Von Graffitikunst könnte man nicht leben. Wenn Pepe seine Geschichte erzählt, kommen Zweifel auf, ob hinter dem Hantieren mit der Sprühdose nicht doch ein echtes Berufsethos steckt: „Ich habe einen hohen Anspruch an Sauberkeit und Qualität meiner Arbeit. Viele Sprayer nehmen das nicht so ernst oder sind mir nicht innovativ genug. Zum Beispiel beschäftige ich mich intensiv mit der Schrift, arbeite die Typo genau aus, perfektioniere die räumliche Darstellung.“

Von Graffiti zum Studium Illustrationsdesign, diesen Weg sind schon andere vor Pepe gegangen. Aber wie lief es bei ihm ab?

„Ursprünglich wollte ich Kunst studieren. Dieser Plan stieß zu Hause auf Ablehnung. Ich sollte doch etwas ´Praktisches´ machen. So machte ich mein Fachabitur im Sozialwesen und leistete ein Freiwilliges Soziales Jahr ab“. Auch wenn Pepe danach klarstellen konnte, wo er beruflich nicht hin will, sollte sich später seine soziale Kompetenz, vor allem im Umgang mit Kindern, noch bezahlt machen …

Der Bewerbung an der AID Berlin gingen Versuche in anderen Berufen voraus, eine abgebrochene Lehre beim Bau und eine beim Optiker. Nun war es für Pepe an der Zeit, das zu tun, was ihm wirklich Spaß macht – Zeichnen! Mut machte ihm das erste Feedback seitens der Akademie zu seinen Zeichnungen. „Ich konnte meine Arbeiten selbst schlecht einschätzen. Auf Freunde, die einen nur loben, wollte ich mich nicht verlassen“. Inzwischen sieht es ganz danach aus, dass aus einem Hobby ein Beruf wird. „Ich habe mir vorgenommen, hier alles zu lernen, was mit Illustration möglich ist. Später möchte ich mich selbst positionieren. Mein Vorbild sind die Kreativen der Hip-Hop-Szene, die vom Plattencover, über Flyer bis zu den Klamotten alles gestalten.“

Und wie läuft es nach sechs Wochen Studium?

„Ich komme gern hierher. Am Anfang ging es unter uns Erstsemestern noch sehr ruhig zu. Zu ruhig für meinen Geschmack. Aber das hat sich bereits geändert, inzwischen gibt es einen regen Austausch. Viele sind Sprayer wie ich. Wir tauschen uns ständig über Comics, Bilder und Stile aus. Die Bilder eines Mitstudenten sind z.B. von französischen Comics inspiriert. Der Kontakt zu den Dozenten ist ebenso sehr persönlich.“ Nicht zuletzt spielt auch die Raumaufteilung der Akademie eine Rolle. „Es gibt wenig Trennung zwischen den Semestern und dadurch viel Kontakt untereinander. Das ist es egal, ob du erst angefangen hast oder schon länger dabei bist.“

Und was tut sich neben dem Studium? Pläne für die Zukunft?

„Ich habe einen Job in Aussicht, bei dem ich Fassaden für Kitas gestalte. Am liebsten würde ich mal eine ganze Wand zusammen mit Kindern gestalten. Kinder rezipieren Bilder ganz anders als Erwachsene. Dieses Gespür sollte man früh fördern. Deshalb werde ich einen Zeichenkurs mit Hortkindern organisieren.“

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