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Studentenportrait

Portrait
Nino aus Georgien

Tbilissi, die georgische Hauptstadt, ist Ninos Geburtsort und eine Stadt der Bücher. Hier findet alljährlich eine der bedeutendsten Buchmessen im eurasischen Raum statt. Hier studierte Nino zunächst Politikwissenschaften und Architektur. Sie erlebte hier aber auch den Kaukasuskrieg gegen Russland. Nach 2008 wollte sie etwas Gutes für ihr Land tun. Nicht mit den Mitteln der Politik, sondern mit der Macht der Bilder.
 
Wie bist du auf die Welt der Bilder gestoßen?

Wenn in meiner Heimatstadt jemand mit einer großen Mappe unterm Arm über die Straße lief, war ich – die Politikstudentin – jedesmal aufgeregt. Eines Tages bewarb ich mich, ohne die Einwilligung meiner Eltern, an der Kunstakademie Tbilissi für die Fachrichtung Architektur. Das lief sehr spontan und ohne weitere künstlerische Vorbereitung ab, trotzdem wurde ich angenommen. Sehr bald stellte sich heraus, dass ich mich mehr für Fassadengestaltung als für Architektur und mehr fürs Zeichnen als für CAD-Entwurf interessierte. Fragen der Bildgestaltung forderten mich eher als Konstruktionsfragen.
 
Wie ging´s weiter?

Das Architekturstudium habe ich abgeschlossen und auch meinen BA in Diplomatie vollendet. Während meines Auslandssemesters in England holten mich die Bilder wieder ein. Auslöser war ein Aktzeichenkurs. Im ganzen beruflichen Hin und Her stieß ich auf das Orientierungsangebot der AID Berlin. Das Vorstudienjahr Design hat mich auf den Weg gebracht – zu meinem heutigen Studienplatz im neuen Masterstudiengang „Raumstrategien“ der Kunsthochschule Weißensee. Nun kann ich Politik und Philosophie, Kunst und Architektur, Bild und Raum in meinen Entwürfen verknüpfen.
 
Neue Stadt, fremde Sprache, Umzug, Visum. Wie hast du das alles hinbekommen?

Als ich nach Berlin ging, unterstützten auch meine Eltern diese Unternehmung: `Mach, was dir wirklich Spaß macht!´ Das Vorstudienjahr hat mir in vielerlei Hinsicht geholfen. Beim Vergleich der Studiengänge, bei Entscheidungsfindung, Mappenvorbereitung und organisatorischen Fragen, die besonders für ausländische Bewerber eine Hürde darstellen. Im parallel zum Vorstudienjahr laufenden Sprachkurs habe ich mich für Präsentationen und Interviews fit gemacht. Auch die Thesis für meine Masterbewerbung entstand in dieser Zeit.
 
Was hast du von deinem Jahr an der AID Berlin mit ins Masterstudium genommen?

Vorallem die Erfahrung, dass in der Gestaltung alles verknüpft und vieles möglich ist. Interdiszipliniert arbeiten – ohne Tunnelblick! Und natürlich nehme ich das breite, im Vorstudienjahr erlernte Handwerk der Gestaltungsgrundlagen mit …
 
Deine Vision für zukünftige Projekte?

Ich suche das Kleine im Großen und umgekehrt. Ein Beispiel ist mein Kinderbuchprojekt. Wer den Strich meiner Zeichnungen aufmerksam betrachtet, findet Spuren meiner `Architekturvergangenheit´. Umgekehrt möchte ich das erzählerische Element in Raumentwürfen einsetzen – Narration in großem Maßstab! Vom Kinderbuch bis zu den großen Belangen der Menschheit: Bildkunst kann alles.

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